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Bacillariophyceae, 4x 5 m, Draht und Kieselgur, 2020

Bacillariophyceae 

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„Wissenschaftlicher Begriff für mikroskopisch kleine, Photosynthese betreibende Algen, Kieselalgen, auch Diatomeae genannt, welche planktisch oder benthisch in Süß- und Salzwasser vorkommen.“

 

Bacillariophyceae transformiert die durchschnittlich 40 Mikrometer kleinen Kieselskelette der Diatomeen, folglich weniger als die durchschnittliche Dicke eines menschlichen Haares werdenden Algen, von Mikro zu Makro als raumgreifende biomorphe Installation, die den Besucher*innen ermöglicht diese meist verborgene Struktur der Natur räumlich und sinnlich zu erfahren. 

 

Kieselalgen sind von enormer Bedeutung für den Mensch und seine Umwelt. Mehr als ein Viertel des Kohlendioxids, welches in den vergangenen 200 Jahren aufgrund von menschlicher Aktivität freigesetzt wurde, haben die Meere der Luft entzogen. Über die Hälfte des Kohlenstoffs, der auf diesem Weg am Meeresgrund eingelagert wurde, ist den Kieselalgen zu verdanken. Sie nutzen das Kohlenstoffdioxid aus der Luft, welches im Wasser gelöst wird, um neues biologisches Material aufzubauen.

 

Die regelmäßig gewobenen Maschen des Drahtes suggerieren die symmetrischen Poren des Kieselskelettes. Um die Struktur des Kieselskeletts möglichst zu imitieren wurden Drahtgitter mit vers. Maschenweiten ineinanderverwoben.

Umhüllt wird der Draht mit Schichten aus Kieselgur, sogenannter Diatomeenerde, die die Materialität des Kieselskelettes wiedergeben.

 

Diatomeenerde entsteht, wenn Kieselalgen absterben. Dabei sinken die Zellen auf den Grund des Gewässers (Süßwasser/ Ozean) ab, die organischen Bestandteile werden abgebaut und die Siliziumdioxid-Schalen bilden eine Ablagerung, die Kieselgur.

 

In einem Milliliter Kieselgur befinden sich über 1 Milliarde Diatomeenschalen und deren Bruchstücke, für die Installation wurden knapp 30 Billionen Diatomeenschalen verarbeitet.

 © 2020 Lena Eckerlein

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